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Tu Was Du Liebst

Warum wir alle das tun, was wir lieben...

 

Es ist uns wie angeboren, dass wir uns beschweren: Der Job ist doof, ich bin unterbezahlt, meine Wohnung ist zu klein, meine Familie versteht mich nicht, meine Kinder sind gerade anstrengend, mein Leben ist langweilig. So kann es wohl endlos weitergehen. Manche von uns gelangen dann zu der Erkenntnis, dass sie etwas ändern wollen. Irgendwann werde ich es ändern! Ganz sicher! 

In Zeitschriften und Fernsehsendungen geht es darum, sein Leben zu verändern. Dieses Thema springt uns regelrecht an: Lebe deinen Traum! Tue dies oder jenes, um endlich das zu tun, was du liebst! 

Aber warte... kann es nicht einfach sein, dass dein Leben so wie es ist, in Ordnung ist? 

Du tust bereits, was du liebst! 

Du denkst ständig darüber nach, Dinge zu verändern, tust es aber nie? Vielleicht willst du es tief in dir drin gar nicht! Dieses Akzeptieren der aktuellen Situation als etwas, das anscheinend doch vollkommen in Ordnung ist, erscheint mir der erste Schritt in Richtung eines erfüllten und glücklichen Lebens. Sonst streben wir nur nach einem Ideal, tun dies aber von der Couch aus und fühlen uns schlecht, wenn wir es nicht erreichen. 

In unserem Fall ist uns klar, dass wir für eine gewisse Zeit einmal woanders leben wollen. Lange haben auch wir nur davon gesprochen, bis wir uns endgültig entschieden hatten und jetzt fühlt es sich richtig an! 

Viele unserer Freunde und Bekannte reagieren auf unsere Pläne mit: „Ihr seid so mutig!“; „Das ist so toll, ich würde mich das aber nie trauen!“ 

Vermutlich willst du es aber auch einfach nicht. Es scheint nicht dein Ziel zu sein, denn sonst würdest du dich trauen. 

 

Wenn du dich entschieden hast, etwas zu ändern... 

Wenn ich meine Tochter beobachte, wird mir klar, dass wir uns ständig entwickeln, dass wir ständig lernen. Das scheint doch wie automatisch in uns drin zu sein! Sie hat zum Beispiel ohne irgendein zutun von uns als Eltern gelernt, sich motorisch weiter zu entwickeln, sie ist gekrabbelt, hat dann ein großes Risiko auf sich genommen und laufen gelernt (denn wer will mir erzählen, dass es auf zwei Beinen sicherer ist als auf allen Vieren!?). Klar, sie ist ein Kind und da gehört es eben dazu. 

Nur warum sollte dieses ständige Weiterentwickeln plötzlich aufhören? Und wer sagt, wann es aufhört? Mit Verlassen der Schule/der Uni/Ende der Ausbildung? Wenn ich eine Familie gegründet habe? 

Als Erwachsene schalten wir oft in den „Sicherheitsmodus“ um. Risiko wird als gefährlich angesehen. Als hätten wir den Eindruck, wir haben es geschafft, groß zu werden und jetzt müssen wir uns diesen Stand solange erhalten, bis wir irgendwann sterben. Gerade wenn wir eigentlich wirklich gerne etwas ändern würden, zum Beispiel endlich den Job zu wechseln, finde ich das sehr schade. Denn wir versetzen uns so in eine passive Position, haben unser Leben nicht mehr in der Hand. 

Ein weiterer Aspekt, der neben dem Sicherheitsgedanken und dem Risiko hinzu kommt, ist die Angst vor dem Scheitern. 

 

Wann ist ein Plan gescheitert? 

Scheitern bedeutet, nicht erfolgreich zu sein. Um überhaupt scheitern zu können, benötigt es also ein Ziel, dass man erreichen will. Wird dieses Ziel nicht erreicht, ist man gescheitert. 

Was aber, wenn ich ein solches Ziel gar nicht habe? Oder wenn ich zwar ein Ziel habe, mir aber die Offenheit und Flexibilität bewahre, dieses immer und immer wieder anzupassen? 

Dann kann ich doch gar nicht mehr scheitern! Und damit fallen alle diese negativen Gedanken weg, etwas nicht erreicht zu haben, etwas umsonst getan zu haben und so weiter. 

Van bo le Mentzel hat das einmal so beschrieben: Wir Menschen planen gerne unseren Weg von Ausgangsposition A zu Ziel B. Wir gehen oft vom Idealbild aus, dass zwischen A und B eine gerade Linie verläuft. Dabei ist das doch gar nicht oft so! Die Linie ist fast immer sehr geschwungen und wirr. Noch etwas kommt hinzu: Was, wenn wir auf dem Weg zu B merken, dass wir dort gar nicht mehr hinwollen? Ist es dann nicht ok, wieder umzukehren zu A? Oder wir sehen auf dem Weg von A nach B C und finden es plötzlich viel attraktiver, dorthin zu gehen. 

Was es für alle diese Entscheidungen auf unseren Wegen braucht, ist zum Einen Offenheit: Ohne Offenheit sehe ich meine Alternativen vielleicht gar nicht. Zum Anderen Flexibilität: Halte ich mich flexibel in meinem Tun, habe ich die Möglichkeit, die Veränderung meines Weges tatsächlich umzusetzen. 

Habe ich diese Herangehensweise erst einmal verinnerlicht, ist ein Scheitern also gar nicht mehr möglich

Dies alles ist der Grund, warum wir als Familie jetzt das tun, was wir lieben: Wir haben erkannt, was wir wollen. Wir haben eine Idee, wie wir dahin kommen. Wir sehen jeden Schritt bis dahin als eigenständige Sache an. Wir hinterfragen jeden dieser Schritte immer wieder und schauen, wie es uns damit geht. Wir haben einen Plan und sind uns dennoch bewusst, dass es sein kann, dass wir nie zu unserem aktuellen Ziel B kommen werden. Wir halten Augen, Ohren und Gefühle offen für Ziele C, D, E... 

Wir haben uns verabschiedet vom Gedanken, dass wir scheitern könnten. Das würde uns vermutlich wieder dazu bringen, es einfach nicht zu tun. Und das ist definitiv keine Option für uns!

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