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FAQs

Ihr wollt was machen??? 

 

Die Frage, die wir in den letzten Wochen vermutlich am meisten gehört haben. Nach Schritt 1, die Entscheidung, „es“ zu tun, folgte Schritt 2, wir haben die Wohnung gekündigt. Nach Schritt 3 wurde es offiziell: Wir haben auf Facebook öffentlich geteilt, dass wir nächstes Jahr ins Ausland gehen wollen und dafür zur Vorbereitung eine kleine Wohnung oder WG suchen. 

Und dann ging es los mit den Fragen von Freunden, Familie, Bekannten und Unbekannten, ist ja auch zu erwarten und logisch. 

Hier nun unsere FAQs und bisherigen Gedanken dazu: 

 

Ihr wollt mit zwei Kindern in einem Zimmer leben? 

Ja. Oder anders: wir wollen mit zwei Kindern so günstig wie möglich leben. Hätte ein netter Mensch uns aufnehmen wollen, weil wir mit unserem Charme und unserer Idee überzeugen und dieser Mensch hätte eine 3-Zimmer-Wohnung für uns zum Preis einer 1-Zimmer-Wohnung, wären wir da sicher nicht abgeneigt gewesen ;-) 

Mal im Ernst… wir sind uns darüber bewusst, dass das herausfordernd ist und wenn wir eine Alternative wüssten, würden wir sie wählen. Ziel der nächsten Monate wird aber einfach sein, Geld zu sparen und da setzen wir eben an den Mietkosten an. 

Ein Aspekt ist hier für uns ausschlaggebend: Es wird nicht auf Dauer sein, es handelt sich um ein paar Monate. Es gibt genügend Familien, die selbst gewählt im Wohnwagen oder nicht selbst gewählt in einem Zimmer leben, weil es eben nicht anders geht. Das ist sicher anstrengend und nicht immer schön. Aber machbar allemal. Mal ganz abgesehen davon, was man alles lernen kann in dieser Zeit: Rücksichtnahme und näher zusammenzurücken im wahrsten Sinne des Wortes sind da nur zwei Punkte, die mir spontan einfallen. 

Wir haben auch tatsächlich eine mini-kleine Wohnung für uns gefunden! Eine liebe Familie nimmt uns auf, sie haben eine kleine, an ihren Hof angegliederte Wohnung, in der wir bis Ende August leben können! Wir sind sehr dankbar, da alles wunderbar zu passen scheint: Es ist nicht weit weg von unserem alten Wohnort, so dass wir weiter Senias Freunde besuchen können und Wayne hat es auch nicht viel weiter auf die Arbeit! Das erfüllt uns gerade mit einem tollen Gefühl und es kann so weitergehen :-) 

 

Ihr wollt auswandern? 

Nein, wollen wir nicht; Zumindest nicht jetzt schon geplant. Wir wollen gerne ein paar Monate im Ausland leben. Und naja, vielleicht stellen wir fest, dass Deutschland auch auf Dauer nicht das Land ist, in dem wir bleiben wollen. Dann werden die Karten neu gemischt. Oder wir merken, dass es doch genau das ist, was wir brauchen: In Deutschland oder zumindest in Europa zu leben. Ist dann auch ok! Wir genießen gerade diese Offenheit der Überlegungen. Ich zumindest habe mein Leben bisher oft als sehr geradlinig empfunden und mir auch selbst wenig Raum für nach links und rechts gucken geschaffen. Jetzt einfach mal zu sagen, dass wir es nicht sicher sagen können, ist ein sehr befreiendes Gefühl! 

 

Bekommt ihr nicht im Januar noch euer zweites Kind? 

Ja, so das Universum das so will :-) 

Klar wird das alles recht knapp: Wohnung räumen, irgendwann zwischendurch den Wurm auf die Welt bringen und dann umziehen. 

Beginnen wir mal mit „den Wurm auf die Welt bringen“: Ich bin ein sehr positiv denkender Mensch. Wie der Köllner sagt: Et kütt wie et kütt! (Es kommt wie es kommt) und Et hät noch immer jot jejange! (Es ist noch immer gut gegangen). Ich plane eine Hausgeburt, auf die ich mich sehr freue. Was auch immer uns die Natur mit dieser Geburt beschert, wir werden es annehmen und dann weiter sehen. Zuversichtlich sind wir allemal, Wayne und ich haben beide schon oft die Erfahrung gemacht, dass die Dinge ohnehin einfach ihren Lauf gehen und die richtige Einstellung dazu dann entscheidend ist! 

Und dann mit Baby umziehen? Mal abgesehen davon, dass wir im besten Falle mit extrem wenig Zeug umziehen müssen: Ein Baby ist meiner Überzeugung nach in seinen ersten Tagen, Wochen und Monaten solange happy, wie vor allem die Mama für es da ist. 

 

Ausland / (wahlweise) Brasilien mit einem Baby? 

Es gibt genügend Familien, die mit Babies und kleinen Kindern reisen und zeigen, dass es geht. Der wohl wichtigste Aspekt ist, sich zu informieren: Wo ist die Gefahr für Krankheiten besonders hoch? Meide diese Gebiete wenn möglich. Wo ist die Gesundheitsversorgung auf einem guten Niveau? Versuche dich dort aufzuhalten oder den schnellsten Weg dorthin immer zu kennen. So die Kurzform, aber ihr wisst sicher, was wir meinen. 

Und nicht zuletzt: Andere Babies, Kinder und Erwachsene leben auch dort. Wir sehen das alles relativ: Zu oft denken Europäer oder zumindest Deutsche, dass Leben hier das sicherste überhaupt ist. Klar profitieren wir alle von einem sehr guten System in Europa. Doch wir möchten uns von diesen Sorgen nicht abschrecken lassen, da wir daran glauben, dass man auch anders gut leben kann. Realistisch gesehen gibt es Risiken überall. Warum immer vom Schlimmsten ausgehen? 

 

Ihr könnt doch eure Tochter nicht aus ihrem Rhythmus und Leben ziehen? 

Wayne und ich sind uns bewusst darüber, dass wir hier viele Entscheidungen ohne das klare Einverständnis unserer Tochter und unseres Babys treffen – wie sollte das in ihrem Alter auch gehen. Wir glauben aber auch daran, dass sie von glücklichen Eltern profitieren und sie dort zufrieden sein können, wo ihre Eltern sind. An die Umgebung scheint Senia aktuell ohnehin noch nicht so sehr gebunden – auf Reisen war sie bisher immer zufrieden und schien kein Heimweh zu entwickeln. Wer ihr vermutlich am ehesten fehlen wird sind ihre Großeltern, die sie regelmäßig sieht. 

Eine Reise, wie wir sie planen, kann aber sicher auch sehr positiv für die Entwicklung der Kinder sein: Neue Eindrücke sammeln, neue Kulturen und andere Menschen kennenlernen. Als Wayne aus seinem ersten Brasilienurlaub zurück kam, fand er unter anderem besonders beeindruckend, dass dort viele Kinder und auch Erwachsene aussehen wie Senia: Lockenkopf und offensichtlich das Produkt verschiedener ethnischer Einflüsse. Wir wünschen uns, dass sie auch diese Erfahrung machen kann. In Deutschland reden die Menschen natürlich oft über ihre andere Hautfarbe oder ihre anderen Haare. Da kann es bestimmt mal schön sein, Teil der Masse zu sein. Genauso wie es für mich sicher eine wichtige Erfahrung sein wird, in manchen Gebieten in der Minderheit zu sein oder Wayne erfahren hat, wie es ist, Teil einer Mehrheit zu sein. Das ist jetzt hier sehr plakativ beschrieben und würde sicher noch ein paar Seiten mehr erfordern, um es in der Tiefe zu besprechen. Es bringt aber unsere Gedanken dazu, mit unseren Kindern zu reisen, auf den Punkt. 

 

Und zu guter Letzt…: All unseren Überlegungen steht immer folgender Grundsatz voran: 

Sollten wir feststellen, dass die Umsetzung unseres Plans auch nur für ein Mitglied der Familie so gar nicht passt, blasen wir es ab! Sei es der Umzug in eine kleinere Wohnung, sei es, dass das Baby, Senia, Wayne oder ich im nächsten Jahr gesundheitlich nicht fit ist, sei es, dass sich die Dinge in Brasilien ganz anders als gedacht entwickeln… Wir stoppen es oder kommen zurück und lernen aus unseren Erfahrungen. 

Viele sprechen uns auf all diese gescheiterten Auswanderergeschichten aus dem Fernsehen an. So gehen wir an unseren Plan gar nicht heran. Wir wollen uns bewegen, uns entwickeln und lernen. Scheitern gibt es in diesem Sinne also gar nicht, da wir mit einer großen Offenheit und Ehrlichkeit an jeden Schritt gehen. Und selbst, wenn ein Plan nicht funktioniert: Ist das das Ende der Welt? Oder ist es nicht vielmehr der Beweis, dass das Leben unberechenbar ist, so gerne wir das immer wieder vergessen wollen?

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